Aktuelles

Was tut sich im Naturium am Inn? Hier erfahren Sie Aktuelles zu unseren Veranstaltungen und Projekten sowie zur Tier- und Pflanzenwelt im Unteren Inntal.

BITTE BEACHTEN SIE:
Aufgrund der aktuellen Corona-Situation bleibt das Naturium am Inn auch im Dezember 2020 für den Besucherverkehr geschlossen. Alle Veranstaltungen in diesem Zeitraum werden abgesagt.

Veranstaltungs-Programm am Unteren Inn

Die großen 4 im Naturium Ering
Die großen 4 im Naturium Ering

Ausstellung: Die grossen Vier

18.10.2020

Wegen Lockdown zur Zeit nicht verfügbar!

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Was ist los im Stausee?

Welche Vögel halten sich zur Zeit auf den Sandbänken auf?

Die Sichtungen von Zugvögeln auf den Inseln im Stausee Ering/Frauenstein waren in der letzten Woche noch einmal sehr interessant. Einige verschiedene Arten waren zu sehen (in alphabetischer Reihenfolge):

Alpenstrandläufer - Blässhühner - Brandgänse - Gänsesäger - Graugänse - Graureiher - Große Brachvögel (in größerer Anzahl) - Haubentaucher - Höckerschwäne - 1 Kappensäger-Weibchen (ist schon länger im Gebiet) - Kiebitze - Kormorane - Lachmöwen - Mittelmeermöwen - Rabenkrähen - Silberreiher - - Zwergtaucher.

Gleich mehrere Entenarten gaben sich ein Stell-dich-ein: Schnatter-, Krick-, Pfeif-, Spiess-, Stock- und Reiherenten. Sogar Löffelenten, eine Kolbenente und ein Tafelenten-Männchen wurden gesehen.

Auf dem Kiesufer des neuen Umgehungsgewässers fiel ein Flussuferläufer auf. Ob er sich wohl schon einen Brutplatz für das nächste Jahr aussucht?

Und die folgenden Singvögel, diese vor allem unterhalb des Kraftwerkes: Bachstelzen - Blaumeisen - Erlenzeisige - Hänflinge - Kohlmeisen - Raubwürger - Schwanzmeisen - Stieglitze - Türkentauben.

Ein recht großer Schwarm von ca. 150 Graugänsen rastet seit ein paar Tagen zwischen den Inseln im Stausee und einige von ihnen pendeln immer mal wieder zwischen Stausee und den Altwässern im Auwald hin- und her.

Eine Besonderheit sind Schwärme von mehreren hundert Kranichen, die in letzter Zeit häufiger über Rottal-Inn auf ihrem Zug zu sehen sind. Seit einigen Jahren bereits stellt man fest, dass die Kraniche ihre Zugrouten zum Teil geändert haben. So ziehen nicht mehr alle wie früher über Ungarn nach Afrika, sondern wählen Routen nördlich oder südlich um die Alpen herum in Richtung Südfrankreich bzw. Spanien. Grund hierfür sind möglicherweise starke Ostwinde, die die Tiere von ihrer traditionellen Zugroute abgetrieben haben. Da sie aber in Südeuropa passende Überwinterungsgebiete finden konnten, bleiben sie nun wohl bei ihrer neuen Reiseroute und werden zukünftig sicher häufiger über Südbayern zu beobachten sein.

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Biotop-Pflege in der Eringer Au

Dem einen oder anderen Spaziergänger wird auf seinem Weg durch die Eringer Au in der letzten Zeit vielleicht aufgefallen sein, dass ein Bagger im Bereich des Naturerlebnisweges fleißig seine Arbeit tat.

Grund war eine Biotop-Pflege-Aktion der Unteren Naturschutzbehörde Rottal-Inn, die vom Landschaftspflegeverband Rottal-Inn durchgeführt wurde. Die Gebietsbetreuerin für den Unteren Inn, Andrea Bruckmeier, betreute und beaufsichtigte die Arbeiten fachkundig. Dabei wurde die Vielfalt der Lebensräume am Unteren Inn für seltene Tiere und Pflanzen verbessert.

Zum Beispiel ging es darum, Tümpel zu entlanden damit sich dort Amphibien und Libellen ansiedeln können. Wechselfeuchte Standorte wurden hergestellt, die wiederum wichtig für bestimmte Pflanzen, wie z.B. seltene Seggen sind.

Der bei den Arbeiten angefallene Gehölzschnitt wurde als Reisig- oder Häckselhaufen für Reptilien, hier speziell für die Äskulapnatter, an der alten Brenne und am Biotopacker aufgeschichtet.

Es entstanden sandige Böschungen, die unter anderem wichtige Brutbedingungen für Wildbienen und andere Insekten bieten. Beim Biotopacker in Eglsee wurden schließlich auch Kiesflächen im Grundwasserschwankungsbereich angelegt. Dazu wurde ein Teil des Schilfes abgegraben.

Von Zeit zu Zeit sind diese Arbeiten nötig, um einen optimalen Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten zu erhalten.

Herbststimmung am Unteren Inn

Servus Sommer - griaß‘Di Herbst!

Auch wenn der Nebel in diesem Monat November keine gute Laune aufkommen lassen mag, mit seinen dichten Nebelschwaden, die über die Flüsse ziehen, verzaubert der Herbst zur Zeit wieder die Landschaft in Rottal-Inn.

Man sollte einfach raus gehen, Bewegung und die kühle Luft bringen Kreislauf und Seele in Schwung. Zudem malt das Spiel der Sonnenstrahlen im Nebel die schönsten Bilder, Tautropfen in den Spinnennetzen wirken wie Perlen einer Kette.

Auch Schloss Frauenstein wirkt wie ein verwunschenes Märchenschloss… Und selbst die Vögel auf dem Fluss lassen sich nicht stören und gehen ganz ruhig ihrer Nahrungssuche nach. Umso wärmer wird einem dann um‘s Herz, wenn die Sonne durchbricht, der Nebel sich langsam verzieht, und die bunt gefärbten Blätter der Bäume beweisen, dass auch der November schöne Momente bietet.

Wie helfe ich Wildbienen am besten über den Winter?

Folgende Maßnahmen sind leicht umzusetzen und helfen dabei, die Population von Wildbienen und anderen wichtigen Insekten auch für das folgende Jahr zu sichern. Denn auch unsere Singvögel und ihre Bruten sind im Frühjahr davon abhängig!

  • Ein Insektenhotel aufstellen
  • Offene Bodenstellen zulassen, Sandflächen schaffen
  • Altholz, Pflanzenstängel und andere oberirdische Hohlräume im Garten belassen
  • Stauden und Gehölze erst im Mai zurückschneiden
  • Wiesen erst im Juni mähen
  • Trockenmauer, Kräuterspirale oder Steinhaufen sind ebenfalls beliebte Winterquartiere
  • Blumenzwiebeln von Winterlingen, Schneeglöckchen, Krokussen u.a. setzen

?? Wo ist der Vogelbeobachtungsturm bei Eglsee ??

Mancher wird sich schon verwundert die Augen gerieben haben, als er in Eglsee bei Ering am Vogelbeobachtungsturm vorbeifuhr oder -ging. Wo ist der Turm?

Im Zuge der Erneuerung des alten Infozentrums in Ering wird auch in Eglsee eine der sechs geplanten Naturerlebnis-Stationen, nämlich das „Erlebnis-Vogelwelt“, errichtet. Deshalb musste der alte Turm nun weichen. Der neue Turm soll natürlich in puncto Verkehrssicherheit auf dem neuesten Stand sein und in der Gestaltung dem Äußeren des Naturium angepasst werden.

Die Fertigstellung der neuen Beobachtungsstation wird noch im November erwartet. Dann wird es wieder möglich sein, einen guten Überblick über den Stausee zu genießen und in den Baumwipfeln vielleicht sogar den Seeadler zu erspähen.

So helfen Sie den Insekten auch im Winter

Insekten sind neben ihrer wichtigen Bestäubungsleistung unentbehrliche Nahrungsgrundlage für unsere heimischen Singvögel und für Kleinsäuger wie z.B. Igel sowie für verschiedene Amphibien und Reptilien. In den letzten Jahren ist jedoch ein erheblicher Schwund an Insekten, besonders der Wildbienen zu verzeichnen.

Mit ein paar einfachen Tricks können Sie Ihren Garten auch in der kalten Jahreszeit für die heimische Tierwelt aufwerten:

In den Stängeln von Brombeere, Sonnenblume und Schilf überwintern unzählige Raupen und Larven. Gerade nützliche Blattlausjäger wie Marienkäfer und Florfliegen brauchen Staudenstängel als Winterquartier. Lassen Sie abgeblühte Pflanzen und Stängel daher einfach mal stehen. Mit Frost oder Schnee „bezuckert“, geben sie dem Garten auch im Winter Struktur und sehen zudem hübsch aus.

Auch im herabgefallenen Laub verstecken sich Schnecken und Asseln sowie Käfer aller Art, die gerne von überwinternden Vögeln wie Amsel und Meise aufgelesen werden. Werfen Sie Laub daher nicht in den Abfall, sondern legen Sie in einer Ecke im Garten einen Laubhaufen an. Mit Ästen und Zweigen gegen den Wind gesichert, bietet er Schutz für die Igel, die auch ihre Nahrung dort finden.

Fazit: In einem nicht zu sauber ausgeräumten Garten finden viele Tiere einen Unterschlupf für den Winter. Probieren Sie es doch mal aus und beobachten Sie, wer alles einzieht...

VON DER SANDBANK ZUM AUWALD - Teil 1


Wie entstehen die Sandbänke im Stausee?


Noch im 18. Jahrhundert war der Inn ein wilder Fluss mit einem weit verzweigten System von Nebenarmen und Überflutungsflächen. Um 1900 begann man damit, ihn zu begradigen und zu kanalisieren. Durch den beginnenden Bau von Wasserkraftwerken ab 1923 entstand schließlich eine Kette breiter Stauseen.
Als alpiner Fluss führt der Inn gewaltige Mengen an Sand und Feinsedimenten aus den Bergen mit sich. Dieser Gesteinsabrieb bildet in den Stauseen mit der Zeit ausgedehnte Flachwasserzonen und Sandbänke. Tausende Wasservögel finden dadurch Nahrungs- und Rastplätze, die sie während der Zeit des Vogelzuges aufsuchen. Hier finden sie Nahrung in Form von bspw. Schlammröhrenwürmern und Insektenlarven, die sie mit ihren zum Teil recht langen Schnäbeln aus dem Sand herausziehen können.
Der Teil des Unteren Inn, der sich von der Salzachmündung bei Haiming bis zur Mündung der Rott bei Neuhaus/Schärding auf ca. 55 Flußkilometer erstreckt, wurde als international bedeutendes und schützenswertes Feuchtgebiet 1976 in die Ramsargebiets-Konvention aufgenommen und bekam 1979 vom Europarat das Prädikat „Europareservat“ verliehen.

VON DER SANDBANK ZUM AUWALD - Teil 2

Die ersten Pflanzen keimen


Sobald die Verlandungszonen und Sandbänke in den Stauseen des Inn so hoch werden, dass sie im Sommer nicht mehr ständig unter Wasser stehen, beginnen bunt blühende sogenannte Pionierpflanzen wie z.B. Blutweiderich und Zweizahn mit der Erstbesiedelung der jungen Inseln.
Für Lachmöwen, verschiedene Entenarten und auch andere Vögel sind diese Flächen begehrte Brutplätze.
Sehr bald schon wird die Pioniervegetation auf den Inseln durch Schilf abgelöst. So entstehen ausgedehnte Schilfflächen. Diese bilden mit dichtem Bewuchs einen schützenden Lebensraum für so seltene Vogelarten wie z.B. die Große Rohrdommel oder den Drosselrohrsänger.

VON DER SANDBANK ZUM AUWALD - Teil 3

Es entwickelt sich Baumbestand


Bereits nach wenigen Jahren gedeihen die ersten Bäume auf den jungen Inseln in den Staubereichen des Inn. Es sind Silberweiden, die dicht an dicht wachsen und mit der Zeit das Schilf zurückdrängen. Eine Weichholzaue entsteht - Lebensraum für Singvögel wie Blaukehlchen, Beutelmeise und Pirol.
Je älter die Inseln werden, umso mehr nimmt die Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten zu. Auch der Biber, der in den 1970er Jahren nach seiner Ausrottung hier wieder angesiedelt wurde, trägt als Lebensraumgestalter dazu bei. Es gedeihen Erlen und Traubenkirschen. Nach Jahrzehnten ist der Waldboden im Frühjahr übersät mit Lerchensporn, Buschwindröschen und anderen Blumen. Ein artenreicher Auwald ist entstanden.
Die Auwälder auf den Inseln am Unteren Inn stehen unter Naturschutz. Von daher entwickelt sich die Natur dort ohne Eingriff des Menschen wie in einem Urwald. Die beste Voraussetzung für eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt.

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