Aktuelles

Was tut sich im Naturium am Inn? Hier erfahren Sie Aktuelles zu unseren Veranstaltungen und Projekten sowie zur Tier- und Pflanzenwelt im Unteren Inntal.

Veranstaltungs-Programm am Unteren Inn

Die großen 4 im Naturium Ering
Die großen 4 im Naturium Ering

Ausstellung: Die grossen Vier

18.10.2020

Vom Umgang mit Bär, Wolf und Luchs

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Silberreiher (Foto: Andrea Bruckmeier)
Silberreiher (Foto: Andrea Bruckmeier)

Herbstlicher Vogelzug im Europareservat - abgesagt -

25.10.2020

Sonntagsführung 10:00 Uhr mit Biologin Dr. Beate Brunninger

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Was ist los im Stausee?

Welche Vögel halten sich zur Zeit auf den Sandbänken auf?

In den letzten Tagen konnten nochmal viele verschiedene Arten gesehen werden. Teilweise auf den Sandbänken am Kraftwerk Ering/Frauenstein, aber auch beim Insel-Nebenarmsystem unterhalb des Kraftwerkes sowie am Vogelbeobachtungsturm Eglsee. Die Individuenzahlen waren vereinzelt recht hoch, dafür die Artenzahl umso höher. Hier in alphabetischer Reihenfolge:

Alpenstrandläufer - Blässgänse - Blässhuhn - Dunkler Wasserläufer - Eisvogel - Flussuferläufer - Gänsesäger - Graugänse - Graureiher - Großer Brachvogel - Kanadagänse - Kiebitze - Kormorane - Krickenten - sogar 1 Kappensäger - Lachmöwen - Löffelenten - Pfeifente - Rostgänse - Sandregenpfeifer - Schnatterenten - Seeadler - Seidenreiher - Silberreiher - Spießente - Stockenten - Teichhuhn - Zwergtaucher.

Und die folgenden Singvögel: Bachstelzen - Bluthänflinge - Erlenzeisige - Gebirgsstelzen - Rauchschwalben - Rohrammern

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So helfen Sie den Insekten auch im Winter

Insekten sind neben ihrer wichtigen Bestäubungsleistung unentbehrliche Nahrungsgrundlage für unsere heimischen Singvögel und für Kleinsäuger wie z.B. Igel sowie für verschiedene Amphibien und Reptilien. In den letzten Jahren ist jedoch ein erheblicher Schwund an Insekten, besonders der Wildbienen zu verzeichnen.

Mit ein paar einfachen Tricks können Sie Ihren Garten auch in der kalten Jahreszeit für die heimische Tierwelt aufwerten:

In den Stängeln von Brombeere, Sonnenblume und Schilf überwintern unzählige Raupen und Larven. Gerade nützliche Blattlausjäger wie Marienkäfer und Florfliegen brauchen Staudenstängel als Winterquartier. Lassen Sie abgeblühte Pflanzen und Stängel daher einfach mal stehen. Mit Frost oder Schnee „bezuckert“, geben sie dem Garten auch im Winter Struktur und sehen zudem hübsch aus.

Auch im herabgefallenen Laub verstecken sich Schnecken und Asseln sowie Käfer aller Art, die gerne von überwinternden Vögeln wie Amsel und Meise aufgelesen werden. Werfen Sie Laub daher nicht in den Abfall, sondern legen Sie in einer Ecke im Garten einen Laubhaufen an. Mit Ästen und Zweigen gegen den Wind gesichert, bietet er Schutz für die Igel, die auch ihre Nahrung dort finden.

Fazit: In einem nicht zu sauber ausgeräumten Garten finden viele Tiere einen Unterschlupf für den Winter. Probieren Sie es doch mal aus und beobachten Sie, wer alles einzieht...

VON DER SANDBANK ZUM AUWALD - Teil 1


Wie entstehen die Sandbänke im Stausee?


Noch im 18. Jahrhundert war der Inn ein wilder Fluss mit einem weit verzweigten System von Nebenarmen und Überflutungsflächen. Um 1900 begann man damit, ihn zu begradigen und zu kanalisieren. Durch den beginnenden Bau von Wasserkraftwerken ab 1923 entstand schließlich eine Kette breiter Stauseen.
Als alpiner Fluss führt der Inn gewaltige Mengen an Sand und Feinsedimenten aus den Bergen mit sich. Dieser Gesteinsabrieb bildet in den Stauseen mit der Zeit ausgedehnte Flachwasserzonen und Sandbänke. Tausende Wasservögel finden dadurch Nahrungs- und Rastplätze, die sie während der Zeit des Vogelzuges aufsuchen. Hier finden sie Nahrung in Form von bspw. Schlammröhrenwürmern und Insektenlarven, die sie mit ihren zum Teil recht langen Schnäbeln aus dem Sand herausziehen können.
Der Teil des Unteren Inn, der sich von der Salzachmündung bei Haiming bis zur Mündung der Rott bei Neuhaus/Schärding auf ca. 55 Flußkilometer erstreckt, wurde als international bedeutendes und schützenswertes Feuchtgebiet 1976 in die Ramsargebiets-Konvention aufgenommen und bekam 1979 vom Europarat das Prädikat „Europareservat“ verliehen.

VON DER SANDBANK ZUM AUWALD - Teil 2

Die ersten Pflanzen keimen


Sobald die Verlandungszonen und Sandbänke in den Stauseen des Inn so hoch werden, dass sie im Sommer nicht mehr ständig unter Wasser stehen, beginnen bunt blühende sogenannte Pionierpflanzen wie z.B. Blutweiderich und Zweizahn mit der Erstbesiedelung der jungen Inseln.
Für Lachmöwen, verschiedene Entenarten und auch andere Vögel sind diese Flächen begehrte Brutplätze.
Sehr bald schon wird die Pioniervegetation auf den Inseln durch Schilf abgelöst. So entstehen ausgedehnte Schilfflächen. Diese bilden mit dichtem Bewuchs einen schützenden Lebensraum für so seltene Vogelarten wie z.B. die Große Rohrdommel oder den Drosselrohrsänger.

VON DER SANDBANK ZUM AUWALD - Teil 3

Es entwickelt sich Baumbestand


Bereits nach wenigen Jahren gedeihen die ersten Bäume auf den jungen Inseln in den Staubereichen des Inn. Es sind Silberweiden, die dicht an dicht wachsen und mit der Zeit das Schilf zurückdrängen. Eine Weichholzaue entsteht - Lebensraum für Singvögel wie Blaukehlchen, Beutelmeise und Pirol.
Je älter die Inseln werden, umso mehr nimmt die Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten zu. Auch der Biber, der in den 1970er Jahren nach seiner Ausrottung hier wieder angesiedelt wurde, trägt als Lebensraumgestalter dazu bei. Es gedeihen Erlen und Traubenkirschen. Nach Jahrzehnten ist der Waldboden im Frühjahr übersät mit Lerchensporn, Buschwindröschen und anderen Blumen. Ein artenreicher Auwald ist entstanden.
Die Auwälder auf den Inseln am Unteren Inn stehen unter Naturschutz. Von daher entwickelt sich die Natur dort ohne Eingriff des Menschen wie in einem Urwald. Die beste Voraussetzung für eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt.

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