Aktuelles

Was tut sich im Naturium am Inn? Hier erfahren Sie Aktuelles zu unseren Veranstaltungen und Projekten sowie zur Tier- und Pflanzenwelt im Unteren Inntal.

BITTE BEACHTEN SIE:
Aufgrund der aktuellen Corona-Situation bleibt das Naturium am Inn bis auf Weiteres für den Besucherverkehr geschlossen. Es finden zur Zeit keine Sonntagsführungen und Veranstaltungen statt.

Aktuelles vom Unteren Inn

Naturliebhaber gesucht!

10.02.2021

Naturium am Inn bildet demnächst Ehrenamtliche für Führungen im Europareservat Unterer Inn aus

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Flusslandschaft in der Hagenauer Bucht (Foto: Martina Blaurock)
Flusslandschaft in der Hagenauer Bucht (Foto: Martina Blaurock)

50 Jahre Ramsar-Konvention

02.02.2021

Am 2. Februar 1971 jährt sich der Schutz der "Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung" zum 50. Mal.

Vor 50 Jahren wurde in der Stadt Ramsar im Iran die internationale Vereinbarung zum Schutz von „Feuchtgebieten von internationaler Bedeutung“ geschlossen. Seit 1976 gehört…

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Was ist los im Stausee?

Aktuelle Vögel am Unteren Inn

Zur Zeit halten sich im Bereich des Stausees Ering-Frauenstein folgende Vogelarten auf:

Seeadler - Eisvogel - Graureiher - Silberreiher - Teichhuhn - Tafelente - Gänsesäger - Kormoran - Höckerschwan - Graugans - Schellente - Reiherente - Krickente - Stockente - Schnatterente - Pfeifente - Brandgans - Blässhuhn - Mittelmeermöwen

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50 Jahre Ramsar-Konvention

Der Feuchtgebietsschutz feiert Geburtstag

Bereits in den 1960er Jahren förderten Wasservogelzählungen einen dramatischen Rückgang an Wat- und Wasservögeln zu Tage. Grund hierfür war vor allem der Verlust von Lebensraum. Um diese Lebensräume für die darauf angewiesenen Vogelarten zu schützen, wurde am 2. Februar 1971 in der Stadt Ramsar im Iran eine internationale Vereinbarung zum Schutz von „Feuchtgebieten von internationaler Bedeutung“ geschlossen.

1976 trat auch Deutschland der Ramsar-Konvention bei und meldete insgesamt 31 Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung, davon sieben in Bayern. Neben Chiemsee, Ammersee und Starnberger See befinden sich darunter die Donauauen, der Lech-Donau-Winkel, der Ismaninger Speichersee und der Untere Inn zwischen Haiming und Neuhaus.

Die sogenannte „Ramsar-Konvention“ stellt damit das erste globale Naturschutzabkommen dar, dass sich den Schutz eines bestimmten Lebensraum-Typs zum Ziel setzt und war ein Wegbereiter für das Übereinkommen zum Schutz der biologischen Vielfalt. Dabei gilt das Prinzip des „wise use“. Sie setzt damit nicht auf einen vollkommenen Nutzungs-Verzicht, sondern auf nachhaltige, ausgewogene Nutzung, die die natürlichen Verhältnisse im Ökosystem erhält.

Dennoch leistet die Ramsar-Konvention bis heute weit mehr als den reinen Schutz der Feuchtgebiete. Zahlreiche Zugvögel sind auf sogenannte „Trittstein-Ökosysteme“ angewiesen. Hier können sie rasten und ihre Reserven auf dem anstrengenden Zug auffüllen.

Auch das Europareservat Unterer Inn bildet mit seinen Schlickflächen und seichten Verlandungszonen in den Stauseen ein solches Trittstein-Ökosystem und wird damit alljährlich im Frühling und Herbst zur Drehscheibe im interkontinentalen Vogelzug. Darüber hinaus bieten die Schilfgürtel seltenen Vogelarten geschützte Brutplätze, so z.B. der in Bayern vom Aussterben bedrohten Zwergdommel. Auf den bewaldeten Inseln in den Stauseen brüten echte Raritäten wie die Nachtreiher. Die ruhigen Bereiche zwischen den Inseln werden von mausernden Wasservögeln als Rückzugsort genutzt und locken beispielsweise Scharen von Großen Brachvögeln an den Unteren Inn.
„Es erfüllt mich mit Stolz, dass unser Landkreis Rottal-Inn an dieser internationalen Naturschutz-Konvention beteiligt ist und unsere wunderschöne Landschaft und Tierwelt am Unteren Inn dadurch noch für viele Generationen geschützt wird“, so Landrat Michael Fahmüller.

Zahlreiche Akteure wie Wasservogel-Zähler, Bund Naturschutz, Landschaftspflegeverbände und die Zoologische Gesellschaft Braunau (um nur einige zu nennen) setzen sich vor Ort für den Wasservogelschutz am Unteren Inn ein. So bringt beispielsweise das Naturium am Inn Besuchern und Ortsansässigen den Feuchtgebietsschutz näher. Unterstützt wird es dabei von der Ramsar-Gebietsbetreuung, die auch mit den örtlichen Landnutzern im Austausch steht. „Denn nur, wenn wir alle an einem Strang ziehen, können wir uns auch in den kommenden 50 Jahren über zahlreiche gefiederte Gäste aus aller Herren Länder am Unteren Inn freuen,“ so die Gebietsbetreuerin vom Unteren Inn, Andrea Bruckmeier.

Schneepracht am Unteren Inn

Schnee is schee am Unteren Inn

Ganz schön geschaut haben wir in der Früh in Ering. Soviel Schnee hatten wir hier im Inntal schon lange nicht mehr... Da ging es erstmal fleißig ans Räumen - das bringt den Kreislauf in Schwung.

Ein Gang an den Inn war natürlich unumgänglich, um zu schauen, was die Vögel im Stausee von der weißen Pracht halten.

Es war, wie zu erwarten, nicht viel los, einige Enten plantschten und badeten ungeachtet der eisigen Kälte im Stausee, ein bis zwei Kormorane waren zu sehen und ein Schwan umwarb sein Weibchen. Er hatte einiges zu tun, um fremde Verehrer zu vertreiben, sowie sein Revier zu verteidigen. Auch einige kleinere Schwärme von Graugänsen waren unterwegs.

Am Umgehungsgewässer und im Auwald liegt es herrlich, mindestens 20 cm hoch, und es glitzert schön in der Sonne. Genau richtig, um einen Spaziergang in der frischen Schneeluft und in der Sonne zu genießen und Schneemänner zu bauen - oder Schneekatzen...

Neu: Erlebnis Vogelwelt und Erlebnis Umgehungsgewässer

Erlebnis-Stationen "Vogelwelt" und "Umgehungsgewässer" sind fast fertig

Der alte Vogelbeobachtungsturm in Eglsee wurde nun erneuert. Der neue Turm, jetzt unter dem Namen „Erlebnis Vogelwelt“, wurde in den letzten Tagen nahezu fertiggestellt. Was noch fehlt, sind unter anderem die Holzstangen (so wie man sie vom Naturium in Ering kennt), die ein Schilf darstellen sollen, inmitten derer der Vogelturm stehen wird. Eine Absperrung verhindert momentan noch den Aufgang auf den Turm. Wir bitten, dies zur eigenen Sicherheit zu beachten.

Das "Erlebnis Umgehungsgewässer" ist ebenfalls so gut wie fertig, es ist aber noch einiges zu installieren, damit in Zukunft dort Foto-Ausstellungen stattfinden können.

Noch im Bau befindet sich auf deutscher Seite das "Erlebnis Auenlebensräume", sowie auf österreichischer Seite die Erlebnis-Stationen Quellbach, Totholz und Auengewässer. Wir freuen uns bereits jetzt darauf, diese bald der Öffentlichkeit präsentieren zu können.

Ein Hauch von Winter im Dezember 2020

Der erste leichte Schneefall in diesem Winter Anfang Dezember hatte auch die Natur am Unteren Inn verzaubert. Mittlerweile war der Schnee zwar teilweise wieder weggetaut, aber das Eis in der Eglseer Bucht hielt zumindest an manchen Stellen noch den Schwänen stand.

Biotop-Pflege in der Eringer Au Oktober 2020

Dem einen oder anderen Spaziergänger wird auf seinem Weg durch die Eringer Au in der letzten Zeit vielleicht aufgefallen sein, dass ein Bagger im Bereich des Naturerlebnisweges fleißig seine Arbeit tat.

Grund war eine Biotop-Pflege-Aktion der Unteren Naturschutzbehörde Rottal-Inn, die vom Landschaftspflegeverband Rottal-Inn durchgeführt wurde. Die Gebietsbetreuerin für den Unteren Inn, Andrea Bruckmeier, betreute und beaufsichtigte die Arbeiten fachkundig. Dabei wurde die Vielfalt der Lebensräume am Unteren Inn für seltene Tiere und Pflanzen verbessert.

Zum Beispiel ging es darum, Tümpel zu entlanden damit sich dort Amphibien und Libellen ansiedeln können. Wechselfeuchte Standorte wurden hergestellt, die wiederum wichtig für bestimmte Pflanzen, wie z.B. seltene Seggen sind.

Der bei den Arbeiten angefallene Gehölzschnitt wurde als Reisig- oder Häckselhaufen für Reptilien, hier speziell für die Äskulapnatter, an der alten Brenne und am Biotopacker aufgeschichtet.

Es entstanden sandige Böschungen, die unter anderem wichtige Brutbedingungen für Wildbienen und andere Insekten bieten. Beim Biotopacker in Eglsee wurden schließlich auch Kiesflächen im Grundwasserschwankungsbereich angelegt. Dazu wurde ein Teil des Schilfes abgegraben.

Von Zeit zu Zeit sind diese Arbeiten nötig, um einen optimalen Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten zu erhalten.

Herbststimmung am Unteren Inn September 2020

Servus Sommer - griaß‘Di Herbst!

Auch wenn der Nebel in diesem Monat November keine gute Laune aufkommen lassen mag, mit seinen dichten Nebelschwaden, die über die Flüsse ziehen, verzaubert der Herbst zur Zeit wieder die Landschaft in Rottal-Inn.

Man sollte einfach raus gehen, Bewegung und die kühle Luft bringen Kreislauf und Seele in Schwung. Zudem malt das Spiel der Sonnenstrahlen im Nebel die schönsten Bilder, Tautropfen in den Spinnennetzen wirken wie Perlen einer Kette.

Auch Schloss Frauenstein wirkt wie ein verwunschenes Märchenschloss… Und selbst die Vögel auf dem Fluss lassen sich nicht stören und gehen ganz ruhig ihrer Nahrungssuche nach. Umso wärmer wird einem dann um‘s Herz, wenn die Sonne durchbricht, der Nebel sich langsam verzieht, und die bunt gefärbten Blätter der Bäume beweisen, dass auch der November schöne Momente bietet.

Wie helfe ich Wildbienen am besten über den Winter?

Folgende Maßnahmen sind leicht umzusetzen und helfen dabei, die Population von Wildbienen und anderen wichtigen Insekten auch für das folgende Jahr zu sichern. Denn auch unsere Singvögel und ihre Bruten sind im Frühjahr davon abhängig!

  • Ein Insektenhotel aufstellen
  • Offene Bodenstellen zulassen, Sandflächen schaffen
  • Altholz, Pflanzenstängel und andere oberirdische Hohlräume im Garten belassen
  • Stauden und Gehölze erst im Mai zurückschneiden
  • Wiesen erst im Juni mähen
  • Trockenmauer, Kräuterspirale oder Steinhaufen sind ebenfalls beliebte Winterquartiere
  • Blumenzwiebeln von Winterlingen, Schneeglöckchen, Krokussen u.a. setzen

Wo ist der Vogelbeobachtungsturm in Eglsee?

Mancher wird sich schon verwundert die Augen gerieben haben, als er in Eglsee bei Ering am Vogelbeobachtungsturm vorbeifuhr oder -ging. Wo ist der Turm?

Im Zuge der Erneuerung des alten Infozentrums in Ering wird auch in Eglsee eine der sechs geplanten Naturerlebnis-Stationen, nämlich das „Erlebnis-Vogelwelt“, errichtet. Deshalb musste der alte Turm nun weichen. Der neue Turm soll natürlich in puncto Verkehrssicherheit auf dem neuesten Stand sein und in der Gestaltung dem Äußeren des Naturium angepasst werden.

Die Fertigstellung der neuen Beobachtungsstation wird noch im November erwartet. Dann wird es wieder möglich sein, einen guten Überblick über den Stausee zu genießen und in den Baumwipfeln vielleicht sogar den Seeadler zu erspähen.

So helfen Sie den Insekten auch im Winter

Insekten sind neben ihrer wichtigen Bestäubungsleistung unentbehrliche Nahrungsgrundlage für unsere heimischen Singvögel und für Kleinsäuger wie z.B. Igel sowie für verschiedene Amphibien und Reptilien. In den letzten Jahren ist jedoch ein erheblicher Schwund an Insekten, besonders der Wildbienen zu verzeichnen.

Mit ein paar einfachen Tricks können Sie Ihren Garten auch in der kalten Jahreszeit für die heimische Tierwelt aufwerten:

In den Stängeln von Brombeere, Sonnenblume und Schilf überwintern unzählige Raupen und Larven. Gerade nützliche Blattlausjäger wie Marienkäfer und Florfliegen brauchen Staudenstängel als Winterquartier. Lassen Sie abgeblühte Pflanzen und Stängel daher einfach mal stehen. Mit Frost oder Schnee „bezuckert“, geben sie dem Garten auch im Winter Struktur und sehen zudem hübsch aus.

Auch im herabgefallenen Laub verstecken sich Schnecken und Asseln sowie Käfer aller Art, die gerne von überwinternden Vögeln wie Amsel und Meise aufgelesen werden. Werfen Sie Laub daher nicht in den Abfall, sondern legen Sie in einer Ecke im Garten einen Laubhaufen an. Mit Ästen und Zweigen gegen den Wind gesichert, bietet er Schutz für die Igel, die auch ihre Nahrung dort finden.

Fazit: In einem nicht zu sauber ausgeräumten Garten finden viele Tiere einen Unterschlupf für den Winter. Probieren Sie es doch mal aus und beobachten Sie, wer alles einzieht...

VON DER SANDBANK ZUM AUWALD - Teil 1


Wie entstehen die Sandbänke im Stausee?


Noch im 18. Jahrhundert war der Inn ein wilder Fluss mit einem weit verzweigten System von Nebenarmen und Überflutungsflächen. Um 1900 begann man damit, ihn zu begradigen und zu kanalisieren. Durch den beginnenden Bau von Wasserkraftwerken ab 1923 entstand schließlich eine Kette breiter Stauseen.
Als alpiner Fluss führt der Inn gewaltige Mengen an Sand und Feinsedimenten aus den Bergen mit sich. Dieser Gesteinsabrieb bildet in den Stauseen mit der Zeit ausgedehnte Flachwasserzonen und Sandbänke. Tausende Wasservögel finden dadurch Nahrungs- und Rastplätze, die sie während der Zeit des Vogelzuges aufsuchen. Hier finden sie Nahrung in Form von bspw. Schlammröhrenwürmern und Insektenlarven, die sie mit ihren zum Teil recht langen Schnäbeln aus dem Sand herausziehen können.
Der Teil des Unteren Inn, der sich von der Salzachmündung bei Haiming bis zur Mündung der Rott bei Neuhaus/Schärding auf ca. 55 Flußkilometer erstreckt, wurde als international bedeutendes und schützenswertes Feuchtgebiet 1976 in die Ramsargebiets-Konvention aufgenommen und bekam 1979 vom Europarat das Prädikat „Europareservat“ verliehen.

VON DER SANDBANK ZUM AUWALD - Teil 2

Die ersten Pflanzen keimen


Sobald die Verlandungszonen und Sandbänke in den Stauseen des Inn so hoch werden, dass sie im Sommer nicht mehr ständig unter Wasser stehen, beginnen bunt blühende sogenannte Pionierpflanzen wie z.B. Blutweiderich und Zweizahn mit der Erstbesiedelung der jungen Inseln.
Für Lachmöwen, verschiedene Entenarten und auch andere Vögel sind diese Flächen begehrte Brutplätze.
Sehr bald schon wird die Pioniervegetation auf den Inseln durch Schilf abgelöst. So entstehen ausgedehnte Schilfflächen. Diese bilden mit dichtem Bewuchs einen schützenden Lebensraum für so seltene Vogelarten wie z.B. die Große Rohrdommel oder den Drosselrohrsänger.

VON DER SANDBANK ZUM AUWALD - Teil 3

Es entwickelt sich Baumbestand


Bereits nach wenigen Jahren gedeihen die ersten Bäume auf den jungen Inseln in den Staubereichen des Inn. Es sind Silberweiden, die dicht an dicht wachsen und mit der Zeit das Schilf zurückdrängen. Eine Weichholzaue entsteht - Lebensraum für Singvögel wie Blaukehlchen, Beutelmeise und Pirol.
Je älter die Inseln werden, umso mehr nimmt die Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten zu. Auch der Biber, der in den 1970er Jahren nach seiner Ausrottung hier wieder angesiedelt wurde, trägt als Lebensraumgestalter dazu bei. Es gedeihen Erlen und Traubenkirschen. Nach Jahrzehnten ist der Waldboden im Frühjahr übersät mit Lerchensporn, Buschwindröschen und anderen Blumen. Ein artenreicher Auwald ist entstanden.
Die Auwälder auf den Inseln am Unteren Inn stehen unter Naturschutz. Von daher entwickelt sich die Natur dort ohne Eingriff des Menschen wie in einem Urwald. Die beste Voraussetzung für eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt.

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