Flussregenpfeifer-Küken (Foto: Florian Billinger)

Flussregenpfeifer-Küken (Foto: Florian Billinger)

Verantwortungsvoller Naturgenuss für alle

Das Frühlingswetter zieht derzeit viele Menschen hinaus in die Natur. Auch das Europareservat Unterer Inn und insbesondere die durch den Kraftwerksbetreiber VERBUND neu geschaffenen Lebensräume rund um das Innkraftwerk Ering-Frauenstein sind ein beliebtes Ausflugsziel.

Doch für brütende Vögel und andere Tierarten ist jetzt eine besonders sensible Zeit angebrochen – die Aufzucht der Jungen erfordert viel Energie und eine möglichst störungsarme Umgebung. Wir bitten die Erholungssuchenden deshalb, Rücksicht auf die Bedürfnisse der heimischen Tiere und Pflanzen zu nehmen und folgende Hinweise zu beachten:

Am Umgehungsgewässer in Ering wurden im vergangenen Jahr schon einige seltene Vogelarten bei der Brut beobachtet, etwa Flussregenpfeifer. Sie benötigen Kiesbänke in Fließgewässer-Nähe, denn hier gehen sie zwischen Steinen auf die Jagd nach Insekten und brüten ihre Eier aus. Diese sind auf dem Kies perfekt getarnt und können leicht übersehen und zertrampelt werden. Bei Störungen durch Besucher oder freilaufende Hunde verlassen die Vögel schnell ihr Gelege. Passiert das zu oft, wird eine erfolgreiche Brut unmöglich. Das gilt auch für die geschützte Uferschwalbe, die das Steilufer am Inn im Unterstau des Kraftwerks für ihre Bruthöhlen nutzt. Bitte bleiben Sie daher auf den bestehenden Wegen und führen Sie Ihren Hund unbedingt an der Leine, damit Wildtiere und Pflanzen so wenig wie möglich gestört und Pflanzen nicht geschädigt werden.

Auch die Kiesbänke im Umgehungsgewässer selbst sind wertvolle Lebensräume – für seltene Fischarten wie Huchen, Nase und Barbe. Sie legen im frisch umgelagerten und lockeren Kies ihre Eier ab. Geeignete Kiesbänke sind für die meisten typischen Flussfischarten überlebenswichtig, am gesamten Unteren Inn aber Mangelware. Verzichten Sie daher auf das Baden, das Baden von Hunden sowie das Bootfahren, um den Wasserlebewesen eine ungestörte Entwicklung zu ermöglichen.

Ebenso in den Stauseen des Unteren Inn ist gerade die Brut der Wasservögel in vollem Gange. Wir möchten daher nochmal auf die geltenden Regeln hinweisen: Auf deutscher Seite ist vom 1. Mai bis 31. August das Befahren des Inn mit Wasserfahrzeugen aller Art und das Betreten der Inseln und Sandbänke im Naturschutzgebiet von Haiming bis Neuhaus am Inn verboten. Auf der österreichischen Seite des Inn ist das Befahren ganzjährig gestattet. Aber auch hier dürfen Bereiche wie die Inseln und die Hagenauer Bucht nicht angefahren bzw. befahren werden.

Nehmen Sie bitte auch Abfälle wieder mit nach Hause, damit sie keine Gefahr für kleine Lebewesen darstellen und der Erholungswert einer intakten Natur erhalten bleibt. Sehen Sie außerdem von nächtlichen Aufenthalten und Lagerfeuern im gesamten Gebiet ab, damit die Wildtiere nachts eine Verschnaufpause haben.

Die genannten Verhaltenshinweise sind unter anderem auch auf unseren Info-Würfeln und weiteren Hinweistafeln im Gelände zu finden. Auch wenn das Naturium momentan Corona-bedingt geschlossen hat, können Sie sich gerne telefonisch oder per E-Mail an uns wenden. 

Vielen Dank, dass Sie mithelfen, die heimische Natur und die dort lebenden Tierarten zu schützen - damit auch in Zukunft solch einzigartige Naturerlebnisse für alle möglich sind!

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