Aktuelles

Was tut sich im Naturium am Inn? Hier erfahren Sie Aktuelles zu unseren Veranstaltungen und Projekten sowie zur Tier- und Pflanzenwelt im Unteren Inntal.

Aktuelle Veranstaltungen

Hier geht es zu unseren Veranstaltungen

Samstag, den 23. März, 13.30 Uhr: Geologische Exkursion

Geologische Exkursion 
am Schlossberg Julbach

Mit den Geologen Dr. Albert Ulbig und Isolde Ulbig, 
Naturium-Guides und Zoologische Gesellschaft Braunau.

Wanderung am Schlossberg Julbach, mit herrlichem Blick über das Inntal und auf die Alpen, zu den alten Stollen und den dortigen Quellaustritten. Wir besprechen die allgemeine Geologie der Region und gehen auf Landschafts- und Erdgeschichte ein.

Festes Schuhwerk und Trittsicherheit erforderlich.

Dauer: ca. 2,5 Stunden, Teilnahmegebühr: 3 € (Kinder frei)
Treffpunkt: Parkplatz am Rathaus, 84387 Julbach
Anmeldung erforderlich!

Anmeldung über das Buchungsportal im Veranstaltungskalender auf unserer Homepage www.naturium-am-inn.eu, per E-Mail an naturium[at]rottal-inn.de oder unter Tel. 0049 (0)8573-1360.

 

„Qualitätssiegel Umweltbildung.Bayern“
für das Naturium am Inn

Umweltstation ist jetzt Qualitätssiegelträger

 

Im Mai wurde in feierlichem Rahmen der staatlich anerkannten Umweltstation Naturium am Inn das „Qualitätssiegel Umweltbildung.Bayern“ verliehen.

Das Qualitätssiegel steht für hochwertige Bildungsarbeit im Bereich Umweltbildung und nachhaltige Entwicklung. Die Voraussetzungen sind unter anderem ein fundiertes pädagogisches Konzept, fachliche Qualifikation und Fortbildungen des Personals, die Orientierung an den Prinzipien einer nachhaltigen Entwicklung sowie kunden- und handlungsorientierte Angebote. 143 Qualitätssiegelträger gibt es bereits in Bayern. Das Qualitätssiegel wird für einen Zeitraum von drei Jahren verliehen.

Claudia Schmidt, Leiterin des Naturium am Inn, nahm die Urkunde von Marc Haug, Mitglied im Kernteam „Umweltbildung.Bayern“ (im Bild li.), und Dr. Christian Barth, Amtschef des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz (re.), entgegen.

23 frischgebackene „Naturium-Guides“

Abschlussveranstaltung der Ausbildung ehrenamtlicher Naturium-Guides

Das Naturium freut sich über Verstärkung durch ehrenamtliche Naturführer!

Im Rahmen eines durch INTERREG geförderten Projekts haben der Landkreis Rottal-Inn und die Gemeinde Mining in Oberösterreich als Träger – wie bereits erstmalig im Jahr 2021 – in einer zweiten Ausbildungsrunde grenzübergreifend naturbegeisterten Menschen aus der Region die Möglichkeit gegeben, ehrenamtlich als Naturführer aktiv zu werden. Vor kurzem fand nun die Abschlussveranstaltung der Ausbildung statt, bei der 23 frischgebackene „Naturium-Guides“ ihre Ernennungsurkunde überreicht bekamen. Sie sind nun als ehrenamtliche Naturführer für das Naturium am Inn im Einsatz, um dort künftig die staatlich anerkannte Umweltstation bei Führungen, Workshops, im Rahmen der Umweltbildung und bei Veranstaltungen zu unterstützen.

„Sie sind Botschafter der Natur. Sie sind diejenigen, die uns auf faszinierende Reisen durch unsere Flora und Fauna begleiten. Sie lehren uns, die Schönheit und Vielfalt der Natur zu schätzen und tragen dazu bei, das Bewusstsein für Umweltfragen zu schärfen. Ihre Leidenschaft und Hingabe für die Natur sowie Ihr Einsatz sind aller Ehren wert“, so die stellvertretende Landrätin Edeltraud Plattner in ihre Ansprache bei der Abschlussfeier im Gewölbe der Burgschänke Frauenstein. „Ich gratuliere Ihnen heute zur bestandenen Prüfung, vor allem aber wünsche ich Ihnen viel Freude an Ihrer neuen Aufgabe“, gratulierte Plattner den Naturführern, die von Ende März bis Anfang Oktober dieses Jahres ihre Ausbildung absolvierten.

In der halbjährigen Ausbildung wurden Inhalte zu Natur und Landschaft am Unteren Inn, Vegetation, Fauna, Naturschutz, Geschichte, Tourismus, Umweltbildung, Recht, Kommunikation, Führungsdidaktik sowie Erste Hilfe vermittelt.

Auch Josef Zechmeister, Bürgermeister der Gemeinde Mining sowie Dorena Buchmeier, Leiterin des Naturium am Inn gratulierten den neu ernannten Naturium-Guides recht herzlich und überreichten kleine Präsente an die Absolventen. Darüber hinaus waren Brigitte Dieplinger für INTERREG sowie einige Referenten der Ausbildung bei der Abschlussfeier zu Gast, darunter Gebietsbetreuerin Unterer Inn, Andrea Bruckmeier, Walter Sage vom Zoologischen Gesellschaft Braunau, Reptilien- und Amphibienbeauftragter des Landkreises Rottal-Inn, Daniel Renner sowie der Naturium-Guide aus der ersten Ausbildungsrunde, Fritz Burgstaller.

„Das Team des Naturium am Inn freut sich über die Unterstützung durch die ehrenamtlichen Naturium-Guides“, so Leiterin Dorena Buchmeier, die betont: „Dadurch können wir noch mehr Führungen über das Europareservat Unterer Inn für die Bürgerinnen und Bürger, aber auch für Vereine, Universitäten und Firmen anbieten sowie Umweltbildungsprogramme für Kindergärten und Schulen umsetzen. Herzlichen Dank allen Ehrenamtlichen für dieses großartige Engagement – wir freuen uns auf die Zusammenarbeit!“

Weitere Informationen zum Naturium am Inn jederzeit unter www.naturium-am-inn.eu sowie auf Social Media: www.facebook.com/naturium.am.inn und www.instagram.com/naturium_am_inn

 

Unsere Wanderausstellung geht auf Reisen!

Wir verleihen unsere Wanderausstellung zur Geschichte des Inn kostenlos

Wanderausstellung

„Alles im Fluss?! - Zeitzeugen der
Inn-Entwicklung“

In Zusammenarbeit mit Menschen aus der Region - von Jung bis Alt - hat die Umweltstation Naturium am Inn im Rahmen des vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz geförderten Projekts "Zeitzeugen der Inn-Entwicklung" eine sehenswerte Ausstellung zur Geschichte des unteren Inn zusammengestellt. Auf interaktiven Drehscheiben, Roll-Ups und mittels einer Audio-Station finden sich interessante Geschichten, Daten und Bilder sowie kreative Darstellungen zur Entwicklung des unteren Inn.

Die Ausstellung ist zur Zeit wieder verfügbar.

Infos zur Buchung der Wanderausstellung gibt es im Naturium per E-Mail an naturium@rottal-inn.de oder telefonisch über 0049 (0)8573 1360.

Wir freuen uns auf Ihre Anfragen!

 

Neuigkeiten aus dem Naturium am Inn

Die Workshops im Naturium mit Patrick Weikenkas

Igelschlafhäuser, Nistkästen und Futterstationen…

Die Workshops von Naturium-Guide Patrick Weikenkas aus unserem Veranstaltungsprogramm erfreuen sich großer Beliebtheit. Grund genug dafür, dass wir in diesem Jahr den Workshop „Igelschlafhaus bauen“ zwei Mal angeboten haben.

Alle unsere Workshops sind sowohl für Kinder als auch für Erwachsene geeignet. Es stellt sich zwar immer wieder heraus, wie eifrig und geschickt selbst jüngere Kinder schon ans Bauen gehen, aber von Mama oder Papa wird doch immer wieder eine helfende Hand gebraucht.

Da ist was los im Naturium: das Schleifpapier wird zur Hand genommen um die Bretter schön glatt zu schleifen, Bohrer, Schrauber und zum Schluss oft auch noch Pinsel und Farbe, um das Haus für den Igel besonders schön zu gestalten. Assessoires aus Treibholz beispielsweise geben dem Häuschen noch den letzten Schliff. Sodann, wenn die Farbe – die nur auf den Außenseiten aufgetragen wird – getrocknet ist, kann das Häuschen in den Garten umziehen.

Für das Igelschlafhaus sollte man einen zuggeschützten und schattigen Platz im Garten suchen. Ein möglichst trockener, wasserdurchlässiger Untergrund, evtl. ein Kies-Sand-Gemisch, ist wichtig, damit sich keine Staunässe bildet. Für die Inneneinrichtung sorgt der Igel meistens selber, freut sich aber, wenn die Winterstube bereits mit trockenem Laub und Stroh ausgepolstert ist. Wenn man das Häuschen dann noch mit einer Lage Zweigen und Herbstlaub von außen schützt, wird sich beim ersten Frost sicher bald ein Igel einfinden der für den Winterschlaf einzieht.

Oft erst im April wenn es nicht mehr friert, wird der Igel allmählich wach. Bis dahin sollte man nicht zu neugierig sein, und vorher nachschauen, ob er wohl noch schläft. Ein kleiner Zweig, vor den Eingang des Häuschens gelegt, zeigt ob der Stachelritter schon draußen unterwegs war oder nicht. Sollte er im zeitigen Frühjahr

 

durch warme Temperaturen wach geworden sein, kann man ihm ein Schälchen mit getreide- und zuckerfreiem Katzenfutter anbieten, immer ohne die Sauce und das Gelee. Auch Brekkies bieten sich an, vor allem, wenn es nachts doch noch an den Gefrierpunkt geht. Über den Winter hat der Igel nämlich sehr viel Gewicht verloren und das Futter bietet ihm einen guten ersten Start in den Frühling, bis die ersten Käfer, Würmer und Asseln (seine Leibspeise) wieder unterwegs sind.

In den Sommermonaten abends die Igel dabei zu beobachten, wenn sie auf der Suche nach Futter durch den Garten tapsen, gehört wohl mit zu den schönsten naturnahen Beobachtungen, die in unserer Gartenlandschaft möglich sind.

Der letzte Workshop „Futterstation bauen“ in diesem Jahr findet am 11. November statt. Und dann freut sich das Team vom Naturium mit Patrick darauf, euch im nächsten Jahr wieder tolle Workshops anbieten zu können.

 

Großer grenzübergreifender Flusserlebnistag im September 2023

Der “Große Flusserlebnistag” am Kraftwerk Ering-Frauenstein

In diesem Jahr hatten das Naturium am Inn und alle Helfer mit dem Wetter beim alljährlichen Großen Flusserlebnistag richtig Glück gehabt. Die Sonne strahlte mit den Anwesenden um die Wette. Elf Informations- und Mitmach-Stationen waren rund um das Kraftwerk auf Frauensteiner und Eringer Seite verteilt sowie am Naturium aufgebaut.

Vom „Ökologischen Handabdruck“ über Mikroskopie, Vogelbeobachtung, Tattoos, Vogelstempel und Samenbomben basteln war alles und noch mehr geboten. Beim Stand der Zoologischen Gesellschaft Braunau konnte man sich die wichtigen heimischen Bienen und Schmetterlinge in Schaukästen zeigen und erklären lassen. An der Station zum Thema „Geologie“ waren viele unterschiedliche Gesteinsarten zum Anschauen vorhanden und man versuchte zu erraten, woher der Inn sie wohl mitgetragen hat.

In Glas eingelegte Ringel- und Äskulapnattern waren zu bestaunen sowie viele interessante Infos über heimische Reptilien und Amphibien gab es an der Reptilien-Station zu erfahren. An der Biber-Station wurde anhand eines echten Biberschädels erklärt, dass die Zähne des Bibers unendlich nachwachsen können und ein Biberfell, das sich überraschend weich anfühlte, konnte man streicheln. Dabei erfuhr man viel Wissenswertes über die Lebewesen, die in den Schutzgebieten am Unteren Inn ihr Zuhause haben.

Die Kinder haben sich auf einem Stempelkärtchen an jeder Station einen Stempel geben lassen und konnten sich, wenn das Kärtchen voll war – aber auch wenn es nicht ganz voll geworden war – im Naturium etwas aus der großen Geschenkekiste aussuchen.

Insgesamt hat uns der diesjährige Große Flusserlebnistag wieder viel Spaß gemacht und wir danken allen, die mitgemacht haben: vom Landkreis Rottal-Inn, der Zoologischen Gesellschaft Braunau, vom BUND Naturschutz und unseren Naturium-Guides! Wir freuen uns schon jetzt auf viele interessierte große und kleine Besucher, an den Stationen auf beiden Seiten des Inn, im nächsten Jahr!

 

 

Der NaTour-Wagon auf dem Familienfest Rottal-Inn 2023

Am Sonntag, den 21. Mai 2023 beging der Landkreis Rottal-Inn das diesjährige Familienfest in Mitterskirchen.

 

Auch das Naturium am Inn war mit der mobilen Umweltstation, dem „NaTour-Wagon“, wieder dabei. Viel Spaß hatten kleine und große Besucher, ihre eigenen Vogelspuren-Stempel zu basteln und damit unter anderem selbstkreierte Postkarten zu verzieren. Auch wurde fleißig beim Buchstabenrätsel „Finde den Vogel“ gerätselt und per Vogel-Memory das Erinnerungsvermögen auf die Probe gestellt und gleichzeitig trainiert.

 

In der Vogel-Ausstellung im NaTour-Wagon standen verschiedene Vogelpräparate bereit zum Erkennen und Beschreiben „Wer bin ich?“, „Wo wohne ich?“.

 

Etwas Nervenkitzel gab es bei der Fühl-Station: hier hieß es „Taste und rate!“ Wer traut sich und ertastet blind, welche Inhalte sich darin befinden?

 

Zum Schluß begrüßte das Naturium-Team die diesjährige Mostkönigin Laura Roll, die auf einen freundlichen Besuch zum NaTour-Wagon kam.

 

Über die vielen interessierten Besucher hat sich das Team vom Naturium sehr gefreut und ist sicher beim nächsten Familienfest Rottal-Inn wieder mit dem NaTour-Wagon dabei.

 

Natura 2000-Tag und Internationaler Tag der Artenvielfalt in Eglsee

Am 20. Mai fand auf dem Biotopacker am Vogelturm in Eglsee bei Ering ein bunter Aktionstag zum „Natura 2000-Tag“ und „Internationalen Tag der Artenvielfalt“ mit vielfältigen Info- und Mitmach-Stationen statt.

 

Mit dabei waren das Naturium am Inn mit der Gebietsbetreuung Unterer Inn, der Zoologischen Gesellschaft Braunau, dem BUND Naturschutz Kreisgruppe Rottal-Inn und der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL).

 

Groß und Klein hatten eine Menge Spaß unter anderem beim Fangen und Bestimmen von Insekten mit Becherlupen, dem Spazieren auf dem Biotopacker zwischen einer Vielzahl verschiedenster Blühpflanzen, beim Angelspiel und der Vogelbeobachtung mit Spektiv und Ferngläsern. Infos über die Natura 2000-Gebiete am Unteren Inn gab es an der Station der ANL und an den Infoständen des Naturiums und des BN Rottal-Inn.

 

Ein Erlebnis der besonderen Art war schließlich der Durchzug eines Bienenschwarms. Die Bienen suchten sich sodann einen Baum aus um sich niederzulassen. So gab es für jeden viel Spannendes und Lehrreiches zu erleben am Biotopacker Eglsee.

 

Neu: Defibrillator am Naturium Ering

An der Außenwand des Naturium Ering befindet sich seit Sommer 2022 ein Defibrillator. Dieser ist ganzjährig öffentlich zugänglich und kann bei Notfällen auch durch Laien bedient werden. Das Gerät gibt dazu bei Benutzung selbst Anweisungen. Weitere Informationen gibt es auf der Seite der Gesundheitsregion plus.

 

Fotoausstellung am Umgehungsgewässer

An der neuen Fischaufstiegshilfe, dem Umgehungsgewässer beim Kraftwerk Ering-Frauenstein, wurde im Herbst 2020 die „Erlebnis-Station Umgehungsgewässer“ errichtet.

Neben der Möglichkeit zur Naturbeobachtung und der Nutzung als Unterstand bei Führungen sind hier wechselnde Ausstellungen von Fotografen und Künstlern aus der Region geplant. Seit kurzem ist es soweit: Die erste Ausstellung ist installiert.

Den Anfang machen Bilder von Ingo Zahlheimer, der bereits im Jahr 2014 beim weltweit größten Fotowettbewerb als „Young Wildlife Photographer of the Year“ ausgezeichnet wurde. In unserem Ausstellungspavillon zeigt er die Inseln und Sandbänke der Innstauseen aus der Vogelperspektive.

Hereinschauen lohnt sich! Denn die Werke des jungen Naturfotografen (*1996 in Passau) vermitteln faszinierende und ungewöhnliche Einblicke in die Lebensräume am Unteren Inn – und anschließend lässt sich von der Station aus noch beobachten, was sich im Umgehungsgewässer alles tut.

 

 

Wanderausstellung „Zeitzeugen der Inn-Entwicklung“

 „Alles im Fluss?!“

Eine vom Naturium am Inn eigens erstellte Ausstellung macht die bewegte Geschichte des Unteren Inn erlebbar. Die Wanderausstellung ist das Ergebnis des vom Bayerischen Umweltministerium geförderten Projekts „Zeitzeugen der Inn-Entwicklung“ der Umweltstation Naturium am Inn.

Auf acht Rollups können Besucherinnen und Besucher die verschiedenen Phasen der Inn-Entwicklung nachvollziehen – unter anderem mit alten Karten, die Menschen aus der Region dem Projektteam zur Verfügung stellten. So war der einstige Wildfluss weit verzweigt, mit unzähligen Nebenarmen, die sich nach jedem Hochwasser neu verlagerten. Auf alten Gemälden ist zu erkennen, dass der Inn – trotz der schwierigen Bedingungen – früher als rege Wasserstraße genutzt wurde. Durch die besondere Situation am Unteren Inn – breite Staubereiche, sehr hohe Schwebstofffracht – bildeten sich wertvolle „Lebensräume aus zweiter Hand“, die unter anderem einer Vielzahl von Wasservögeln zur Heimat wurden.

Das Team vom Naturium am Inn freute sich über die eingesandten Karten und Bilder aus der Region, sowie auch über die Anekdoten von abenteuerlichen Innüberquerungen und Blutegelhändlern bis zu Bunkern und Innfähren.

Beim Enkel-Großeltern-Tag in den Sommerferien stellten die junge und ältere Generation unter anderem ihre Gedanken, wie ihr persönlicher „Traumfluss“ aussehen sollte, gemeinsam kreativ dar. Als Ergebnis des Kinderferienprogramms sind unter dem Motto „früher – heute – morgen“ drei Drehscheiben zur Inn-Entwicklung Bestandteil der Wanderausstellung geworden. An einer Hörstation können Besucherinnen und Besucher spannenden Interviews lauschen – Großeltern und andere „Zeitzeugen“, die am Inn aufgewachsen sind, erzählen ihre Erlebnisse am und mit dem Fluss.

Zum Abschluss des Projekts nutzten einige der Beteiligten die Möglichkeit zum Austausch und gemeinsamen Besichtigen der Ausstellung. Claudia Schmidt, Leiterin der Umweltstation, dankte allen, die mitgemacht haben.

Die Wanderausstellung “Alles im Fluss?! - Zeitzeugen der Inn-Entwicklung” kann von Museen und öffentlichen Einrichtungen in der Region am unteren Inn kostenlos ausgeliehen werden.

 

Besuch von Umweltminister Glauber am 18.10.2021

Umweltminister Thorsten Glauber verleiht offiziell Urkunde zur Anerkennung als Umweltstation

Nachdem das Naturium am Inn im April 2021 zu einer von 60 staatlich anerkannten Umweltstationen in Bayern ernannt wurde, kam der Bayerische Umweltminister Thorsten Glauber im Oktober 2021 persönlich nach Ering, um der Leiterin der Umweltstation, Claudia Schmidt, offiziell die Urkunde zur Anerkennung als Umweltstation zu überreichen.

Nachdem der Umweltminister sich in die Goldenen Bücher des Landkreises Rottal-Inn und der Gemeinde Ering eingetragen hatte, machte er gemeinsam mit Landrat Michael Fahmüller und den weiteren Gästen einen Spaziergang zum Stausee Ering-Frauenstein, um selber einen Blick auf das Vogelparadies zu werfen.

Im Link zur Mediathek von Niederbayern TV findet man den Beitrag von Helmut Degenhart zum Besuch des Umweltministers in Ering.

Zur Mediathek

 

Das Naturium bei Niederbayern TV

Film über das Naturium am Inn jetzt auf Mediathek

Niederbayern TV war kürzlich zu Dreharbeiten bei uns im Naturium in Ering. Gefilmt wurde die Ausstellung in Ering und in Frauenstein. Auch die Vogelwelt auf den Verlandungszonen im Stausee sowie das neue Umgehungsgewässer und das Leben auf der Brenne waren Thema im Film.


Wer sich den Film, der am 29.8.2021 ausgestrahlt wurde, anschauen möchte, kann das jetzt in der Mediathek von Niederbayern TV unter folgendem Link:

passau.niederbayerntv.de/mediathek/video/lebenslust-gfrein-lacha-umweltstation-naturium-ering-am-inn-lkr-pa/


Es gibt auch eine Kurzversion von ca. 4-5 Minuten Länge - siehe folgenden Link:

passau.niederbayerntv.de/mediathek/video/lebenslust-umweltstation-naturium-ering-am-inn/

 

Das Naturium am Inn ist staatlich anerkannte Umweltstation

Das Naturium am Inn wird „staatlich anerkannte Umweltstation“

Tolle Nachrichten haben wir aus dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz erhalten: Das Naturium am Inn wird mit Wirkung zum 1. April 2021 als staatliche Umweltstation anerkannt! Damit sind wir die 59. Einrichtung in Bayern, die diesen Titel trägt. 

Was ist eine Umweltstation?

Staatlich anerkannte Umweltstationen sind Einrichtungen der außerschulischen Umweltbildung. Sie werden von öffentlichen oder privaten Institutionen betrieben, sind für die Allgemeinheit zugänglich und bieten ganzjährig ein hochwertiges Umweltbildungsangebot. Ziel ist es, ein räumlich ausgewogenes, flächendeckendes Netz von Umweltstationen zu errichten und auch langfristig zu sichern, um damit nachhaltig eine wohnortnahe Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Bayern zu ermöglichen.

Für die Anerkennung als Umweltstation müssen verschiedene Kriterien erfüllt werden: Neben zwei Vorprojekten gehört dazu unter anderem ein umweltpädagogisches Konzept.

Was bieten wir im Rahmen der Umweltbildung an?

Zum Beispiel für Kinder und Jugendliche:

Was krabbelt und summt da in der Wiese? Wie fühlt sich Baumrinde an? Warum ziehen Vögel? Was heißt eigentlich „nachhaltig“?

Diesen und anderen Fragen wollen wir auf den Grund gehen und die Natur mit allen Sinnen erleben: Wir gehen mit den Schulklassen, Kindergarten- oder Jugendgruppen an den Unteren Inn oder kommen mit dem NaTour-Wagon direkt an die Schule. Auch in den Ferien wird’s bei uns nicht langweilig und Geburtstage kann man hier auch prima feiern.

Aber nicht nur Kinder dürfen bei uns über die Natur am Unteren Inn ins Staunen geraten, sondern auch Erwachsene. In unserem Veranstaltungsprogramm ist für jeden was dabei: Führungen und Workshops zu verschiedenen Themen. Anfragen von Gruppen – ob Betriebe, Vereine, soziale Einrichtungen oder private Gruppen – nehmen wir gerne entgegen.

Außerdem bieten wir Fortbildungen für Multiplikatoren wie Lehrer*innen oder Erzieher*innen an. Verschiedene weitere Projekte und Wechselausstellungen runden das Angebot ab.

Wir freuen uns darauf, unser Angebot zusammen mit den Menschen und Institutionen aus der Region stetig weiterzuentwickeln und die Freude an Natur und Nachhaltigkeit weiterzugeben und gemeinsam zu leben.

Weitere Infos zu unserer Umweltbildung findet Ihr hier.

 

 

50 Jahre Ramsar-Konvention

Der Feuchtgebietsschutz feiert Geburtstag

Bereits in den 1960er Jahren förderten Wasservogelzählungen einen dramatischen Rückgang an Wat- und Wasservögeln zu Tage. Grund hierfür war vor allem der Verlust von Lebensraum. Um diese Lebensräume für die darauf angewiesenen Vogelarten zu schützen, wurde am 2. Februar 1971 in der Stadt Ramsar im Iran eine internationale Vereinbarung zum Schutz von „Feuchtgebieten von internationaler Bedeutung“ geschlossen.

1976 trat auch Deutschland der Ramsar-Konvention bei und meldete insgesamt 31 Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung, davon sieben in Bayern. Neben Chiemsee, Ammersee und Starnberger See befinden sich darunter die Donauauen, der Lech-Donau-Winkel, der Ismaninger Speichersee und der Untere Inn zwischen Haiming und Neuhaus.

Die sogenannte „Ramsar-Konvention“ stellt damit das erste globale Naturschutzabkommen dar, dass sich den Schutz eines bestimmten Lebensraum-Typs zum Ziel setzt und war ein Wegbereiter für das Übereinkommen zum Schutz der biologischen Vielfalt. Dabei gilt das Prinzip des „wise use“. Sie setzt damit nicht auf einen vollkommenen Nutzungs-Verzicht, sondern auf nachhaltige, ausgewogene Nutzung, die die natürlichen Verhältnisse im Ökosystem erhält.

Dennoch leistet die Ramsar-Konvention bis heute weit mehr als den reinen Schutz der Feuchtgebiete. Zahlreiche Zugvögel sind auf sogenannte „Trittstein-Ökosysteme“ angewiesen. Hier können sie rasten und ihre Reserven auf dem anstrengenden Zug auffüllen.

Auch das Europareservat Unterer Inn bildet mit seinen Schlickflächen und seichten Verlandungszonen in den Stauseen ein solches Trittstein-Ökosystem und wird damit alljährlich im Frühling und Herbst zur Drehscheibe im interkontinentalen Vogelzug. Darüber hinaus bieten die Schilfgürtel seltenen Vogelarten geschützte Brutplätze, so z.B. der in Bayern vom Aussterben bedrohten Zwergdommel. Auf den bewaldeten Inseln in den Stauseen brüten echte Raritäten wie die Nachtreiher. Die ruhigen Bereiche zwischen den Inseln werden von mausernden Wasservögeln als Rückzugsort genutzt und locken beispielsweise Scharen von Großen Brachvögeln an den Unteren Inn.
„Es erfüllt mich mit Stolz, dass unser Landkreis Rottal-Inn an dieser internationalen Naturschutz-Konvention beteiligt ist und unsere wunderschöne Landschaft und Tierwelt am Unteren Inn dadurch noch für viele Generationen geschützt wird“, so Landrat Michael Fahmüller.

Zahlreiche Akteure wie Wasservogel-Zähler, Bund Naturschutz, Landschaftspflegeverbände und die Zoologische Gesellschaft Braunau (um nur einige zu nennen) setzen sich vor Ort für den Wasservogelschutz am Unteren Inn ein. So bringt beispielsweise das Naturium am Inn Besuchern und Ortsansässigen den Feuchtgebietsschutz näher. Unterstützt wird es dabei von der Ramsar-Gebietsbetreuung, die auch mit den örtlichen Landnutzern im Austausch steht. „Denn nur, wenn wir alle an einem Strang ziehen, können wir uns auch in den kommenden 50 Jahren über zahlreiche gefiederte Gäste aus aller Herren Länder am Unteren Inn freuen,“ so die Gebietsbetreuerin vom Unteren Inn, Andrea Bruckmeier.

BLOG

Geschichten über den Inn - die geheimnisvollen Silser Kugeln

Wenn im Herbst die Lärchen am Ufer des Silser Sees im Oberengadin bei Maloja ihre Nadeln verlieren, formt der Wind durch das Hin- und Herrollen in den Wellen Kugeln aus diesen Nadeln.

Die Legende besagt, dass in früheren Zeiten, als die Bevölkerung von Sils unter einer Hungersnot litt, sogenannte freundliche „Wildleutchen“ aus den Bergwäldern am See in diesen Kugeln Eier, Dörrobst und sogar Fische versteckten und diese in den See legten, damit das Seewasser sie zu den Hungernden tragen würde. Für die Kinder hatten sie auch kleine Überraschungen versteckt: kleine Spielzeuge, ein kleines Schmuckstück oder gar einen Goldklumpen…

Diese Kugeln aus Lärchennadeln gibt es nirgends sonst, nur am Silser See und deshalb bieten die ansässigen Konditoren Silser Kugeln aus Marzipan, Schokolade und Baiser gefertigt an. Eine wahre köstliche Kostbarkeit…

Der Inn fließt durch den Silser See, nachdem er auf über 2400 Metern Höhe oberhalb des auf dem Berg liegenden Lunghinsees aus seiner Quelle entspringt. Vielleicht bringt er ja mal eine Silser Kugel, geformt von den Wildleutchen aus dem Oberengadin, mit einem Goldklumpen in seinem Inneren zu uns ins untere Inntal...

Unter dem Link finden Sie weitere Geschichten über die "Kinderstube" des Inn: https://www.sils.ch/de-ch/geschichten/silser-geschichten/herbst-sils.html

 

Kranichzug über dem Inn

Wie bereits im letzten Jahr, zogen auch in diesem Herbst einige Kranich-Schwärme über Rottal-Inn hinweg. In den Staubereichen am Unteren Inn wurden sogar rastende Kraniche beobachtet. Mitte November fand ein Kranich-Schwarm einen Schlafplatz in der Hagenauer Bucht und auch auf einer Sandbank im Stausee und unterhalb des Kraftwerkes Ering-Frauenstein sah man häufiger drei rastende Kraniche. Allerdings sind rastende Kraniche bei uns am Inn bisher nur ein seltener Anblick.

Warum aber kommen scheinbar immer häufiger Kraniche an den Unteren Inn? Bekannt sind zwei große Zugrouten für Kraniche: die Ostroute über Baltikum, Türkei und Israel bis nach Nordafrika. Und die Westroute, über Frankreich bis nach Spanien. In der Extremadura Südspaniens überwintern die Kraniche. Seit einigen Jahren biegen aber einige Kraniche vor den Alpen von der Ostroute ab und fliegen nach Westen, wobei sie auch über Niederbayern fliegen. Am Westalpenrand stoßen sie zu den Westziehern. Gemeinsam mit diesen fliegen sie dann weiter über Frankreich ins Überwinterungsgebiet nach Südspanien.

Warum sie das tun, weiß man nicht. Vielleicht liegt es am Wetter, oder einige Vögel haben sich irgendwann einmal „verflogen“. Und da junge Kraniche den Zugweg im Familienverband von den Eltern lernen, nehmen jedes Jahr mehr Kraniche den neuen Zugweg.

Die charakteristischen Flugformationen bilden meist leicht versetzte Ketten oder Keile. Vor allem in den Monaten Oktober und November sieht man sie ziehen. Zwischen Februar und März fliegen sie auf fast den gleichen Zugrouten wieder zurück in ihre Brutgebiete. Ein Vogel fliegt im Windschatten des Vordervogels um Energie zu sparen. Der Vogel an der Spitze wird  regelmäßig ausgewechselt, damit auch er sich einmal ausruhen kann. So ein Kranich-Schwarm fliegt, abhängig vom Wind und den Sichtverhältnissen, normalerweise bis in eine Höhe von 2000 Metern. Beim Flug über Bergketten erreichen sie aber auch über 5000 Meter Höhe.

Oftmals werden ziehende Kraniche und Gänse verwechselt. Man kann sie aber gut daran unterscheiden, dass die Füße der Kraniche hinter dem Schwanz herausragen. Bei den Gänsen sieht man ihre Füße nicht, sie sind unter dem Schwanz verborgen. Auch am Ruf kann man sie unterscheiden: Kranichrufe hören sich an wie ein Trompeten, die Rufe der Gänse klingen dagegen wie Geschrei.

Der Kranich (Grus Grus) ist mit einer Größe von 120 bis 130 Zentimetern deutlich größer als Weißstorch und Graureiher. Die Flügelspannweite mit 2,20 Meter nicht ganz so groß wie die des Seeadlers. Nur ältere Vögel ab einem Alter von frühestens 2 Jahren tragen die rote Kopfplatte sowie die langen Schmuckfedern, die bei der Balz aufgestellt werden.

Ihre Nahrung besteht aus Körnern und Wurzeln abgeernteter Felder, Insektenlarven sowie kleinen Fischen und Säugetieren. Problemen auf landwirtschaftlichen Flächen wird mancherorts mit sogenannten „Ablenkfütterungen“ entgegengewirkt.

Laut EU-Vogelschutzrichtlinie gilt der Kranich als besonders gefährdet und darf nicht bejagt werden. Wilderei und die Jagd auf andere Wasservögel führt allerdings trotzdem zu Störungen an seinen Rast- und Brutplätzen. Dies und immer stärker schwindender Lebensraum gefährden seinen Bestand auf lange Sicht.

 

NaTour-Wagon in Aktion bei den Grundschulen in Kirchham und Aigen

 

Der NaTour-Wagon, unsere mobile Umweltstation, machte Station in Kirchham und Aigen. Die 1. bis 4. Jahrgangsstufen der Grundschulen Kirchham und Aigen hatten gemeinsam mit ihren Lehrer*innen jeweils eine ganze Woche Spiel und Spaß mit den Umweltbildungs-Materialien des NaTour-Wagon und dem Umweltbildungs-Team des Naturium am Inn.

Die Schüler*innen waren mit Begeisterung dabei, die Umweltbildungs-Themen Auwald, Wiese und Vogelzug kennenzulernen. Wie schaut der Inn eigentlich genau aus? Welche Lebensräume bietet er Tieren und Pflanzen? Viele Fragen wurden mit dem Fluss-Modell, Tier- und Pflanzen-Fotos und Vogel-Präparaten erarbeitet. Sie lernten „ihren“ Zugvogel anhand eines Präparates und eines Steckbriefes kennen und stellten ihn dann den anderen Mitschüler*innen vor.

In drei Gruppen, als „Gänsesäger“, „Amsel“ und „Neuntöter“ und einer Wäscheklammer als Schnabel erkannten die Kinder spielerisch, dass Vögel aufgrund des fehlenden Nahrungsangebotes im Winter, lange Strecken zurücklegen müssen, um in ihre Winterquartiere zu gelangen. Mithilfe des Prinzips „Trittstein“ lernten die Schülerinnen und Schüler, wie wichtig die sogenannten Biotopbrücken als Raststationen für Zugvögel sind, um auf ihrem langen Weg in den Süden und zurück, Ruhepausen einlegen und wieder zu Kräften kommen zu können. Solche Raststationen sind zum Beispiel die Stauseen am Unteren Inn.

Zum Thema Wiese hatten die Umweltbildungs-Referentinnen einen großen Strauß verschiedener Blühpflanzen mitgebracht um den Kindern die Artenvielfalt auf natürlichen Wildblumenwiesen anschaulich zu machen. Es gibt sehr unterschiedliche, aber auch sehr ähnliche Pflanzen. Anhand von unterschiedlich langen Pipetten stellten die Kinder fest, dass es für die unterschiedlichen Blütenformen die passenden Trinkrüssel bei verschiedenen Insekten gibt. Denn manche nektarliebenden Insekten sind auf bestimmte Pflanzen spezialisiert. Existiert die Pflanze nicht mehr, stirbt der Schmetterling oder die Biene. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass alle Schmetterlinge, Bienen und auch Fliegen wichtige Bestäuber sind.

In diesen zwei Wochen mit dem NaTour-Wagon an ihren Schulen, erfuhren die Kinder Spannendes über die Welt der Tiere und Pflanzen und damit wichtige Zusammenhänge in der Natur. Das Team des Naturium hat sich sozusagen „tierisch“ über die gemeinsame Umweltbildungs-Aktion mit den Schüler*innen gefreut.

Mit dem "NaTour-Wagon" bringt die Umweltstation des Naturium am Inn das Europareservat direkt in die Schulen. So lernen die Kinder auf spielerische Weise ihre heimische Natur kennen.

Mit einem ausreichend starken Fahrzeug kann der NaTour-Wagon wie ein normaler Anhänger transportiert werden. Weitere Informationen gibt es im Naturium in Ering unter naturium@rottal-inn.de oder Telefon 08573-1360.

Sommerferien-Programm der Gemeinde Ering-Stubenberg im Naturium am Inn

Gestalten mit Erdfarben und Innsand

War das eine tolle Aktion! 12 Kinder aus der Umgebung von Ering waren am Samstag im Naturium um zu entdecken, dass man mit Erde Bilder malen kann.

Jedes Kind hatte eine Handvoll Erde von seinem Lieblingsplatz mitgebracht. Und da so aus jedem Winkel Erings Erde herbei kam, sahen wir, dass die Erde überall anders ausschaut. Erde ist nämlich nicht nur braun. Sie kann hell- und dunkelbraun sein, oder Rottöne haben, oder einen grünen Ton. So entstehen viele Farbvarianten. Die Umweltbildungs-Referentin Angela hat zudem auch ihre Erden mitgebracht. Dabei waren außerdem Ziegel, Kohle und Kreide.

Zunächst mussten die Erden mit einem Stein auf einem Brettchen zerstoßen werden. Um weitere Feinheit zu erlangen kam dies in einen Mörser und wurde ganz fein gemörsert. Da das aber noch nicht reichte, hat man dieses feine Material nochmal gesiebt und heraus kam ein feines Pulver.

Dieses Pulver enthielt nun die Farbpigmente der jeweiligen Erden. Damit die Erden auch auf dem Papier oder Karton gut hielten, wurden die Farben mit Wasser verdünntem Tapetenkleister vermischt. Wenn man Sand auf den Karton gestreut hat konnte man diesen auch farbig bemalen.

So zauberten die Kinder viele schöne bunte Gemälde, die sie ihren Eltern dann beim Abholen stolz präsentierten. Was sie außer ihren tollen Bildern mit nach Hause nahmen, war das Wissen darüber, wie Menschen in früheren Zeiten Farben herstellten und wie sie nun auch Naturfarben ganz leicht selber machen können.

Ein weiteres Ferienprogramm am Naturium findet am Donnerstag, den 8. 9., von 9-12 Uhr, zum Thema "Vogelzug" statt. Die Gebietsbetreuerin Andrea Bruckmeier geht mit Euch zum Inndamm hinauf und zeigt Euch durch ein Fernrohr die Zugvögel, die auf den Sandbänken im Stausee rasten. Mit Spiel und Spaß und einer Brotzeit werdet Ihr einen interessanten Vormittag erleben. Die Anmeldung muss über die Webseite der Gemeinde Ering erfolgen.

 

15 Naturium-Guides ausgebildet

Ehrenamtliche NaturführerInnen unterstützen das Naturium am Inn

Im Frühjahr 2021 startete das Naturium am Inn erstmals mit der Suche nach Naturbegeisterten, die sich gerne als ehrenamtliche Naturführer für das Europareservat Unterer Inn engagieren wollten. Etwas Sinnvolles tun und dabei draußen in der Natur sein, neue Menschen kennenlernen, das eigene Wissen erweitern und Freude daran haben, die eigene Naturbegeisterung an andere weiterzugeben, das sollten die Bewerber mitbringen. Wir waren überrascht, wie viele Bewerbungen bei uns ankamen. Leider konnten wir nur eine begrenzte Anzahl an Bewerbern annehmen.

Rund 15 Tage, verteilt auf mehrere Wochenenden, waren die angehenden Naturführer in Ausbildungsinhalte eingespannt, wie z.B. Landschaftsgeschichte, Renaturierungsmaßnahmen, Grundlagen zur Umweltbildung und Führungsdidaktik. Rechtliche Fragestellungen wurden erörtert und ein Erste-Hilfe-Kurs absolviert. Bei Exkursionen mit den Experten u.a. von der Zoologischen Gesellschaft Braunau oder auch mit den Planern des neuen Umgehungsgewässers am Kraftwerk Ering-Frauenstein, mit Ornithologen, dem Amphibien- und Reptilienbeauftragten und Geologen wurden Details über unsere Tier- und Pflanzenwelt am Unteren Inn vermittelt.

Eine Fülle an Wissen wurde in dieser Zeit erlernt, um zukünftig den Besuchern des Europareservats Unterer Inn die Besonderheiten unserer Region, deren Vielfalt und Schönheit näherzubringen und noch mehr Menschen für die Natur am Unteren Inn zu begeistern.

Bei einer Abschlussfeier im Schloss Frauenstein erhielt jeder Absolvent von Landrat Michael Fahmüller ein Zertifikat ausgehändigt sowie ein kleines Präsent als Dankeschön für ihr Engagement, überreicht vom Bürgermeister der Gemeinde Mining, Josef Zechmeister und von Claudia Schmidt, Leiterin der Umweltstation am Naturium.

Die frisch gebackenen „Naturium-Guides“, wie ihr Name nun lautet, werden künftig das Naturium bei Führungen für Einheimische und Touristen sowie bei Naturerlebnistagen für Schulklassen und weiteren Veranstaltungen unterstützen.

Das Naturium am Inn freut sich auf die Zusammenarbeit mit den neuen ehrenamtlichen Mitarbeitern und wünscht allen Naturium-Guides spannende Führungen sowie viele interessante Begegnungen und Gespräche mit den Teilnehmern.

 

Wie helfe ich Wildbienen am besten über den Winter?

Folgende Maßnahmen sind leicht umzusetzen und helfen dabei, die Population von Wildbienen und anderen wichtigen Insekten auch für das folgende Jahr zu sichern. Denn auch unsere Singvögel und ihre Bruten sind im Frühjahr davon abhängig!

  • Ein Insektenhotel aufstellen
  • Offene Bodenstellen zulassen, Sandflächen schaffen
  • Altholz, Pflanzenstängel und andere oberirdische Hohlräume im Garten belassen
  • Stauden und Gehölze erst im Mai zurückschneiden
  • Wiesen erst im Juni mähen
  • Trockenmauer, Kräuterspirale oder Steinhaufen sind ebenfalls beliebte Winterquartiere
  • Blumenzwiebeln von Winterlingen, Schneeglöckchen, Krokussen u.a. setzen

 

So helfen Sie den Insekten auch im Winter

Insekten sind neben ihrer wichtigen Bestäubungsleistung unentbehrliche Nahrungsgrundlage für unsere heimischen Singvögel und für Kleinsäuger wie z.B. Igel sowie für verschiedene Amphibien und Reptilien. In den letzten Jahren ist jedoch ein erheblicher Schwund an Insekten, besonders der Wildbienen zu verzeichnen.

Mit ein paar einfachen Tricks können Sie Ihren Garten auch in der kalten Jahreszeit für die heimische Tierwelt aufwerten:

In den Stängeln von Brombeere, Sonnenblume und Schilf überwintern unzählige Raupen und Larven. Gerade nützliche Blattlausjäger wie Marienkäfer und Florfliegen brauchen Staudenstängel als Winterquartier. Lassen Sie abgeblühte Pflanzen und Stängel daher einfach mal stehen. Mit Frost oder Schnee „bezuckert“, geben sie dem Garten auch im Winter Struktur und sehen zudem hübsch aus.

Auch im herabgefallenen Laub verstecken sich Schnecken und Asseln sowie Käfer aller Art, die gerne von überwinternden Vögeln wie Amsel und Meise aufgelesen werden. Werfen Sie Laub daher nicht in den Abfall, sondern legen Sie in einer Ecke im Garten einen Laubhaufen an. Mit Ästen und Zweigen gegen den Wind gesichert, bietet er Schutz für die Igel, die auch ihre Nahrung dort finden.

Fazit: In einem nicht zu sauber ausgeräumten Garten finden viele Tiere einen Unterschlupf für den Winter. Probieren Sie es doch mal aus und beobachten Sie, wer alles einzieht...

VON DER SANDBANK ZUM AUWALD - Teil 3

Es entwickelt sich Baumbestand


Bereits nach wenigen Jahren gedeihen die ersten Bäume auf den jungen Inseln in den Staubereichen des Inn. Es sind Silberweiden, die dicht an dicht wachsen und mit der Zeit das Schilf zurückdrängen. Eine Weichholzaue entsteht - Lebensraum für Singvögel wie Blaukehlchen, Beutelmeise und Pirol.
Je älter die Inseln werden, umso mehr nimmt die Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten zu. Auch der Biber, der in den 1970er Jahren nach seiner Ausrottung hier wieder angesiedelt wurde, trägt als Lebensraumgestalter dazu bei. Es gedeihen Erlen und Traubenkirschen. Nach Jahrzehnten ist der Waldboden im Frühjahr übersät mit Lerchensporn, Buschwindröschen und anderen Blumen. Ein artenreicher Auwald ist entstanden.
Die Auwälder auf den Inseln am Unteren Inn stehen unter Naturschutz. Von daher entwickelt sich die Natur dort ohne Eingriff des Menschen wie in einem Urwald. Die beste Voraussetzung für eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt.

VON DER SANDBANK ZUM AUWALD - Teil 2

Die ersten Pflanzen keimen


Sobald die Verlandungszonen und Sandbänke in den Stauseen des Inn so hoch werden, dass sie im Sommer nicht mehr ständig unter Wasser stehen, beginnen bunt blühende sogenannte Pionierpflanzen wie z.B. Blutweiderich und Zweizahn mit der Erstbesiedelung der jungen Inseln.
Für Lachmöwen, verschiedene Entenarten und auch andere Vögel sind diese Flächen begehrte Brutplätze.
Sehr bald schon wird die Pioniervegetation auf den Inseln durch Schilf abgelöst. So entstehen ausgedehnte Schilfflächen. Diese bilden mit dichtem Bewuchs einen schützenden Lebensraum für so seltene Vogelarten wie z.B. die Große Rohrdommel oder den Drosselrohrsänger.

VON DER SANDBANK ZUM AUWALD - Teil 1


Wie entstehen die Sandbänke im Stausee?


Noch im 18. Jahrhundert war der Inn ein wilder Fluss mit einem weit verzweigten System von Nebenarmen und Überflutungsflächen. Um 1900 begann man damit, ihn zu begradigen und zu kanalisieren. Durch den beginnenden Bau von Wasserkraftwerken ab 1923 entstand schließlich eine Kette breiter Stauseen.
Als alpiner Fluss führt der Inn gewaltige Mengen an Sand und Feinsedimenten aus den Bergen mit sich. Dieser Gesteinsabrieb bildet in den Stauseen mit der Zeit ausgedehnte Flachwasserzonen und Sandbänke. Tausende Wasservögel finden dadurch Nahrungs- und Rastplätze, die sie während der Zeit des Vogelzuges aufsuchen. Hier finden sie Nahrung in Form von bspw. Schlammröhrenwürmern und Insektenlarven, die sie mit ihren zum Teil recht langen Schnäbeln aus dem Sand herausziehen können.
Der Teil des Unteren Inn, der sich von der Salzachmündung bei Haiming bis zur Mündung der Rott bei Neuhaus/Schärding auf ca. 55 Flußkilometer erstreckt, wurde als international bedeutendes und schützenswertes Feuchtgebiet 1976 in die Ramsargebiets-Konvention aufgenommen und bekam 1979 vom Europarat das Prädikat „Europareservat“ verliehen.

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